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Die Blindschleiche (Anguis fragilis)

Blindschleiche

Männchen


Die Blindschleiche (Anguis fragilis) gehört zur Familie der Schleichen (Anguidae)

Die Blindschleiche ist über den gesamten Jura (Nord Schweiz) verbreitet. Sie liebt Orte die leicht feucht sind und viele Verstecke bieten. So trifft man sie in Gärten oft in Komposthaufen oder unter Blechen oder Plastikplanen die längere Zeit auf dem Gras liegen geblieben sind und dann gerne von ihnen aufgesucht werden. Sie besiedelt auch Waldränder und Laubwälder die mit Totholz und Felsen durchsetzt sind. Auch an Gewässer und Tümpeln in Feuchtgebieten sind sie anzutreffen. Sie suchen aktiv nach Nacktschnecken und Insekten am frühen Morgen, am Abend wie auch in der Nacht.

Blindschleichen sonnen sich wie Schlangen an den wärmenden Sonnenstrahlen, dies ist aber nur selten zu beobachten und meistens wenn man sie entdeckt schleichen sie gerade in ihrem Lebensraum herum. Den grössten Teil ihres Lebens verbringt die Blindschleiche aber unterirdisch oder im Kraut und im hohen Gras und bleibt uns so verborgen. Obwohl die Blindschleiche über die gesamte Schweiz verbreitet ist, ist doch nicht viel über ihre genauere Lebensweise bekannt. Ausgewachsene Blindschleichen werden um die 45 cm lang und können ein Alter bis zu 50 Jahren erreichen. Zwei Drittel der Gesamtlänge der Blindschleiche entfallen auf den Schwanz. Dies erkennt man aber nur wenn man sie von unten betrachtet.

Färbung der geschlechtsreifen Blindschleichen: Mit dem 3 Lebensjahr verschwindet der Farbkontrast bei den Männchen mehr als bei den Weibchen. Die Männchen sind dann auf der Oberseite gleich gefärbt wie an der Flanke und zwar hellbraun, hellgrau bis dunkelgrau. Die Weibchen sind jedoch zweifarben und sie besitzen einen Flankenstreifen der dunkler (schwarz) ist, die Oberseite ist braun oder geht leicht ins graue. Auch der Rückenstreifen ist oft noch erhalten bei den weiblichen Tieren. Die Weibchen besitzen eine dunkelgraue, braune oder schwarze Unterseite. Die Unterseite beim Männchen ist schmutzig-weiß, hellgrau. Manchmal besitzen ältere Männchen auch bläuliche Flecken an den Flanken.

Die Paarung findet im April statt, treffen dabei 2 Männchen aufeinander bekämpfen sich die diese gegenseitig (Kommentkämpfe). Der Sieger verpaart sich danach mit dem anwesenden Weibchen. Die Paarung kann sich bis auf eine halbe Stunde ziehen, dabei verbeißt sich das Männchen in den Nacken des Weibchens um sie zu fixieren. Nach einer Trächtigkeitsdauer von etwa 13 Wochen setzt das Muttertier dann ca.6-12 Junge ab. Die Blindschleiche ist also Lebendgebärend und legt nicht etwa Eier wie Echsen oder viele Schlangen. Diese durchdringen dann direkt nach der Geburt die durchsichtige Eihülle und erblicken das Licht der Welt. Die frisch abgesetzten Jungtiere messen 6-9 cm und sind silbergrau oder gelbbraun (kupferfarben) dies ist auch der Grund dass man sie in einigen Gegenden der Schweiz auch (Kupferschlängli) nennt.
Blindschleichen pflanzen sich meist nur jedes zweite Jahr fort.

Als Fressfeinde gelten für Blindschleichen die grösseren Eidechsen, Schlangen, Igel, Füchse, Marder, Vögel, Hunde und auch Katzen.
Die Blindschleiche ist eine beinlose Echse. Ihre Augenlieder sind auch wie bei den Echsen beweglich und die Zunge ist breit und lappig. Schlangen besitzen z.B starre unbewegliche Augenlieder und diese sind immer geöffnet. Die Zunge der Schlange ist schmal, rundlich und läuft spitz aus.
Blindschleichen können ihr Schwanzende wie die Echsen bei Gefahr also beim ergreifen eines Fressfeindes oder Menschen abwerfen. Dies nennt man Autotomie,
daher (fragil)- zerbrechlich wie der Wissenschaftliche Name Anguis (fragilis) in Latein andeutet.

Die Häutung der Schleichen erfolgt ebenfalls über das Wachstum der Tiere wie bei den Schlangen. Aber nicht an einem Stück wie bei Schlangen , sondern stückweise und in Fetzen wie ebenfalls bei den Echsen.
Die Körperschuppen sind glatt und glänzend.

Lebensraum: Sie lebt an Wegrändern, Waldrändern, Teichrändern, Wiesen, an Ufern von Bächen. In Heuhaufen, Komposthaufen, Holzhaufen oder unter auf dem Gras liegenden Blechen, Planen, Brettern usw.

Nahrung: Nacktschnecken, Regenwürmern, Heuschrecken, Asseln, Spinnen manchmal auch kleine Echsen.

Im Herbst sucht die Blindschleiche ihr Winterquartier auf. Diese befinden sich an frostfreien Plätzen unter Steinen, Baumstämmen, Altholz, Komposthaufen oder in geeigneten Hohlräumen und kleinen Höhlen.

Die Blindschleiche gilt im Jura als nicht gefährdet jedoch verliert sie durch unseren Ordnungswahn in unseren Gärten in denen alles aufgeräumt ist und auch nichts herumliegt ihre Versteckmöglichkeit und auch Überwinterungsplätze die sie benötigt. Möchte man etwas Gutes für Reptilien tun, wäre es sinnvoll mindestens eine Ecke im Garten etwa beim Standplatz des Komposthaufens etwas Brennnesseln stehen zu lassen. Und Steinplatten oder einige Holzstücker oder Brettchen unter denen sich Zauneidechse und Blindschleiche verstecken könnten zu platzieren. Die Freude einer Beobachtung von einer schönen grünen Zauneidechse oder einer Blindschleiche die es als neues Zuhause annimmt entschädigt bestimmt die kleine Unordnung im Garten. Auf Schneckenkörner und andere Gifte muss aber verzichtet werden. Dies ist dann vielleicht auch nicht nötig da Reptilien wie die Blindschleichen gerne Schnecken und andere unerwünschten Krabbeltiere im Garten fressen.
Text und Fotos, Daniel Steg
Web: www.privatepro.ch/aspis68

Blindschleiche

Trächtiges Weibchen

Blindschleiche

Weibchen

Blindschleiche

Weibchen

Blindschleiche

Männchen

Text & Fotos: Daniel Steg - Schlangenexperte Laufental-Thierstein
www.privatepro.ch/aspis68


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