Zahnklinik Rennbahn Muttenz Notrufnummern Region Basel

Die Waldeidechse (Zootoca vivipara)

Die Waldeidechse (Zootoca vivipara) Familie (Lacertidae)- Echsen

Die Waldeidechse ist über die gesamte Schweiz verbreitet. Was aber nicht heisst dass sie häufig anzutreffen ist, denn sie besiedelt nur bestimmte Lebensräume die ihren Ansprüchen auch entsprechen. Im Jura lebt sie zum Beispiel oft an Waldrändern, Kahlschlägen, Böschungen oder auch in Feuchtgebieten so wie auch in Mooren. Sie benötigen in ihrem Lebensraum Unterschlüpfe die aus altem Holz oder alten Wurzelstöcken , grössere trockene Hölzer, aufgeschichtetes Holz und Steinen unter denen sie sich verstecken können bestehen. Kahlschläge an einem nach Ost oder West exponierten Waldrand wäre also ein guter Lebensraum für die Waldeidechse.

Bei uns im Basler Jura kommt die Art eigentlich im ganzen Bereich vor aber mit kleinen Lücken im Nördlichsten Teil. Sie ist nicht immer leicht nachzuweisen und lebt eher unauffällig. Während zum Beispiel Mauereidechsen immer sichtbar sind und herumklettern und man sie sofort bemerkt, ist die Waldeidechse etwas ruhiger und bleibt öfters einfach liegen. Auch hebt sie sich farblich nicht sehr stark von ihrer Umgebung ab. In der Körpergrösse steht sie mit 15 cm der Mauereidechse nah obwohl diese etwas länger wird, oder wegen ihres dünn auslaufenden langen Schwanzes auch länger wirkt. Die Waldeidechse besitzt einen dickeren Schwanzansatz und Schwanz als die Mauereidechse. Dieser ist auch ein guter Bestimmungsschlüssel um sie als solche zu identifizieren. Der Kopf ist klein die Rückenschuppen wirken rau und körnig. Der Körper scheint massiger und etwas plumper, auch die Beine sind kürzer als die der Mauereidechsen. Die Waldeidechse ist aber zierlich und kleiner als diese.

Die Färbung dieser Art ist eher schlicht und die Grundfarbe bleibt in den Farben braun und grau oder auch bronzefarbig mit gelblichen und schwarzen so wie auch weißen Flecken auf dem gesamten Körper. Das Weibchen besitzt ein dunkelbraunes Band an der Flanke das oben und unten mit einer gelblichen Linie oder Flecken eingegrenzt ist, dies ist von Tier zu Tier mehr oder weniger ausgeprägt und sichtbar. Auf dem Rücken sind gelbliche in schwarz/braun eingefasste Flecken zu sehen die sich bis über den Schwanz ziehen können. Kehle immer weiß oder sehr hell cremefarben. Die Erkennung der Geschlechter ist nicht immer sehr einfach. Der Bauch der Männchen ist gefleckter als der der Weibchen und der Schwanzansatz der Männchen ist verdickt.

Lebensraum: Eher feuchte Waldränder, Teichränder, Moorgebiete, Bergwiesen, Heidegebiete, Wegböschungen und Wald-Lichtungen.

Die Nahrung der Waldeidechse besteht aus Insekten so wie aus Würmer und Nacktschnecken.

Verbreitung: Jura-Massiv, so wie die Gesamte Schweiz ausser im Südlichen Tessin, im trockenen Wallis nur locker verbreitet.

Die Art Steigt in den Bergen wo sie dann als (Bergeidechse) bezeichnet wird bis in eine Höhe von 2300 m ü.M. Die Art (Zootoca vivipara)-Waldeidechse wird auch als Bergeidechse-Mooreidechse oder wie eben bei uns im Baselbiet-Jura als Waldeidechse bezeichnet je nach Vorkommen und Lebensraum in dem sie lebt.

Die Waldeidechse legt nicht wie andere Echsenarten Eier sondern sie sind lebendgebärend. Aber es gibt in den südlichen Pyrenäen oder im östlichen Europa dann doch wieder Waldeidechsen -Populationen die Eier ablegen können. Dies mag in der Entwicklung der Reptilien bis heute ein sehr interessantes Phänomen zu sein. Auch ist die Tatsache das sie sich in ganz Europa ausbreiten konnten das Ergebnis einer hohen Entwicklung als Echse lebendgebärend zu sein (oder eben sogar beides).

Im Jura liegt die Höhenverbreitung der Waldeidechse etwa auf 950 m ü.M. aber auch in tieferen Lagen wie auf 400 m ü.M. sind sie zu finden. In den Alpen der Schweiz lebt sie auf einer Höhe bis über 2000 Meter. Man trifft sie also in allen Höhenlagen an. Die Waldeidechse ist nicht so wärmebedürftig wie andere Reptilien Arten und kann so auch in sehr kühlen und rauen Gegenden leben.

Während einige Waldeidechsen in kleinen Gruppen leben können auch Populationen von bis zu 130 Individuen pro Hektar auftreten. Leider wird es nicht viele solch gute Lebensräume geben im Jura ausser noch in Moorgebieten im Süden des Juramassivs.

Die Paarung findet im Frühling Ende März statt. Dabei wird das Weibchen mit einem für Echsen typischen Nacken-Flankenbiss festgehalten. Ein Paarungsvorspiel wie es von einigen anderen Echsenarten bekannt ist wird von den Waldeidechsen nicht vollzogen. Trächtige Waldeidechsen werden extrem dick und am Ende der Tragzeit scheinen sie regelrecht dem Platzen nahe zu sein. Im Mai-Juni werden dann etwa 5-8 Junge lebend geboren. Diese haben bei der Geburt eine Länge von ca. 4cm. Die Zeichnung der Jungen ist dunkel-bläulich und braun-grau. Die Streifen auf dem Rücken und die der Flanken sind noch kräftiger und gut sichtbar. Die Jungen wie auch die Alttiere haben wie alle Echsenarten sehr viele Fressfeinde wie z.B die Kreuzotter, Aspisviper, Schlingnatter, dann verschiedene Säugetiere oder auch Vögel und Haustiere wie Katzen.

Die Überwinterung beginnt nach dem ersten Frost im Herbst. Dann ziehen sie sich in ihre frostsicheren Erdhöhlen zurück, diese befinden sich unter Wurzelstöcken und unter Steinen die einen guten Schutz bieten über die kalten Monate. Die Wald-Berg oder Mooreidechse wie sie genannt wird hat sich an ein sehr raues Klima angepasst und erträgt beim Überwintern in ihrer Erdhöhle über längere Zeit auch Temperaturen unter null Grade. Auch dies mag sehr speziell sein und wird schliesslich ein Vorteil bei der Besiedelung des gesamten Europa gewesen sein. Denn die Waldeidechse besitzt das größte Verbreitungsgebiet aller Reptilienarten in Europa.


Schutzmassnahmen: Zur Förderung der Verbreitung und der Lebensräume der Waldeidechse kann die Forstwirtschaft sehr viel dazu beitragen.

- Kahlschläge an richtiger Stelle und das gezielte anbringen von Asthaufen ist sehr förderlich für diese Art.

- Förderung von Kleinstrukturen auf dem Kulturland (Lesesteinhaufen, Lesesteinwälle, Trocken-mauern, Holzhaufen usw.) anbringen oder wenn bereits vorhanden nicht entfernen.

Text & Fotos: Daniel Steg - Schlangenexperte Laufental-Thierstein
www.privatepro.ch/aspis68


Anzeige
 

 

nach oben