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Die Zauneidechse (Lacerta agilis)

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) – Familie (Lacertidae) Eidechsen

Die Zauneidechse ist eine mittelgroße gedrungene Eidechse mit kräftigem Kopf und kurzen Beinen mit einer Körperlänge bis zu 20 cm.
Im Vergleich zu der Mauereidechse (Podarcis muralis) ist die Zauneidechse kräftiger und weist einen höheren Körper auf und die Beine sind relativ kurz. Auch der Kopf ist höher und kräftiger als der der Mauereidechse. Der Schwanz ist im Verhältnis zum Körper kurz aber im Schwanzansatz dick. Der Name ( agilis ) was in Latein flink bedeutet ist nicht unbedingt zutreffend für diese Art. Da sie gerade aus Gründen der Körpermasse nicht besonders wendig ist, sie ist aber flink genug um vielerlei Insekten zu erwischen die ihre Beute darstellen. Das klettern wie man es von der Mauereidechse kennt ist aber nicht ihre Stärke. Da sie aber eher eine Böschung am Wegesrand bevorzugt und nicht etwa felsiges Gebiet benötigt sie diese Fähigkeit nicht. Sie sitzt gerne auf Altholz oder auf einem flachen Stein in ihrem Lebensraum um sich zu sonnen. Kommt man gelaufen sieht man oft nur etwas ins Gebüsch verschwinden, verweilt man aber kurz sieht man sie in der Deckung wie sie einem beobachtet. Verhält der Beobachter sich ruhig und bewegt sich langsam kann man sie aus der Nähe beobachten .Oft sieh man die schön grün gefärbten Männchen, natürlich auch weil sie regelrecht leuchten mit ihren im Frühling hellgrün gefärbten Flanken. Diese sind zur Paarungszeit sehr intensiv gefärbt (Paarungskleid) und sollen so die Weibchen beeindrucken.

Männliche Tiere sind etwa gleich groß wie die weiblichen Artgenossen. Sie leben manchmal in Verbänden die auch mal aus 15 -30 Tieren bestehen kann. Dies aber wohl leider nur selten und in intakten Habitaten. Meistens leben sie paarweise mit jungen Familienmitgliedern die später auch oft ein eigenes neues Revier suchen.

Der Optische Unterschied zwischen den männlichen und weiblichen Tieren liegt in der Färbung. Wie erwähnt ist besonders im Frühling die leuchtend grüne Färbung bei den 2-3 Jahre alten und somit geschlechtsreifen Männchen hervorgehoben. Die Weibchen sind nicht grün gefärbt, höchstens an der Kehle ist bei einigen Weibchen ein gelblich oder hellgrüner Schimmer zu sehen. Bei beiden Geschlechtern zieht sich auf der Rückenmitte vom Kopf her ein brauner oder gräulicher Streifen mit dunkleren nebeneinander verlaufenden Barrenflecken die im Zentrum kleinere weiße Flecken aufweisen. Diese können beim Männchen aber auch nur schwach ausgebildet sein. Bei den Weibchen sind die Flecken deutlicher und die Grundfarbe ist bräunlich-grau mit den dunkleren Barrenflecken und weißen Punkten im Zentrum. Die Flecken sind manchmal auch zu einer Längslinie zusammen geschmolzen. Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Zeichnungen der einzelnen Individuen. Die frisch geschlüpften Jungtiere sind etwa 6cm lang und hell braungrau gefärbt, auf dem Rücken sind ebenfalls so wie bei den erwachsenen Tieren die dunklen Barrenflecken mit weissem Zentrum zu erkennen, jedoch nicht sehr auffallend. Später werden die Flanken bei den Männchen zunehmend grüner.
Lebensraum: An sonnigen Wiesen, Heidegebieten, Waldrändern, Bahndämmen, in Gärten, Weinbergen und Steinbrüchen. Oft bei uns am Steinweg entlang in Grashängen die nicht zu stark bewachsen sind. Dort leben sie in Erdlöchern im lockeren Boden oder unter Steinen.

Nahrung: Allerlei Insekten , Spinnen , Hundert – und Tausendfüssler und manchmal auch Beeren.
Verbreitung: Nördlich der Alpen, Jura, Mittelland, Voralpen bis auf eine Höhe von 1000 Meter oder manchmal höher. Verbreitungsschwerpunkt 500-700 m.ü.M.

Kommt im warmen und trockenen Süden z.B im Tessin, Wallis nicht vor. Im gesamten ist der Bestand in der Schweiz stark zurückgegangen, der Hauptgrund ist wohl die Zerstörung ihrer Lebensräume. Da sie häufig in Siedlungsräumen oder an Strassen und Bahndämmen lebt wird ihr Lebensraum durch Verbauung oder starke Veränderungen zerstört. Sie benötigt Böschungen die mit einem Saum aus Büschen, Schwarzdorn oder kleinen Bäumchen besetzt sind. Solche Hecken werden aber oft kahl geschnitten oder sogar ganz beseitigt was natürlich eine Katastrophe ist für viele Tiere die genau dort leben.

Die Zauneidechse verlässt ihr Winterquartier Ende März, anfangs April. Die Jungtiere erscheinen zuerst, dann die Männchen und zuletzt die Weibchen. Die Aktivitätsperiode dieser Art ist sehr kurz, ab Mitte Oktober verschwinden als erste die Jungtiere schon wieder in die Überwinterungsverstecke. Die Paarung beginnt direkt im Frühling wenn die Echsen hervor kommen. Die adulten Männchen zeigen ein ausgeprägtes Imponiergehabe das aus Kopfnicken, aufbläht des Kehlsackes oder das aufrichten des Vorderkörpers gegen die Konkurrenten besteht. Bei der Paarung hält das Männchen das Weibchen mit einem Nackenbiss fest. Die Weibchen können sich mit mehreren Männchen verpaaren. Nach etwa 5 Wochen legt das Weibchen dann etwa 10. Eier die ca. 13mm gross sind in das lockere Erdreich an einer geeigneten warmen Stelle ab. Nach 4-7 Wochen schlüpfen die jungen Zauneidechsen. Die Zauneidechse mag leicht feuchte Lebensräume mit einem Untergrund der aus Erde besteht. Zu trockene und harte steinige Böden werden nur selten als Lebensraum gewählt.

Die Zauneidechse hat es in der heutigen Zeit nicht einfach weil ihre benötigten Lebensräume durch den Menschen oft zerstört werden. Da sie auch gerne an Straßenböschungen und an Waldwegen leben sind sie die leidtragenden an dem Ordnungswahn der Menschen die keine Büsche oder hohes Gras an Strassen tolerieren und diese mit modernster Technik beseitigen. Durch diese Flurbereinigungen durch den Kantonalen Straßenunterhalt oder den Gemeindeangestellten werden auch durch das Unwissen der Personen genau diese Lebensräume zerstört. Bestimmt fallen auch viele Tiere den Maschinen zum Opfer.

Es ist deshalb notwendig Personen die solche Arbeiten durchführen darüber zu informieren wo und wie Reptilien Leben und was bei der Pflege der Gebiete in denen Echsen und Schlange leben zu beachten ist.

Auch hat die Echse einige Fressfeinde wie die Schlingnatter die sich auf Echsen und andere Schlangen spezialisiert hat. Greifvögel wie der Turmfalke, Sperber usw. oder Störche, Graureiher, Krähen und Katzen jagen und fressen Zauneidechsen ebenfalls gerne.

Schutzmassnahmen: Im naturnahen Garten kleine Böschungen mit Steinen und Wurzeln bestücken. Steinplatten oder einige Kleinhölzer aufeinander stapeln. Einen kleinen Altgrassaum stehen lassen in der Nähe von Steinen oder Hölzer. Zauneidechsen mögen es neben einer Hecke auf einem Holz im Gras zu sitzen, sich zu sonnen und alles im Überblick zu haben.

Pestizide oder andere Gifte so wie auch Katzen sind selbstverständlich nicht verträglich mit Zauneidechsen. Eine intakte Insektenwelt ist natürlich auch gut für die Zauneidechse.

Text & Fotos: Daniel Steg - Schlangenexperte Laufental-Thierstein
www.privatepro.ch/aspis68


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